Esther

Gottes unsichtbare Pläne

Hinweis: Diese Station ist derzeit im Schrank verstaut und nicht dauerhaft ausgestellt. Zum Thema gehören noch weitere Ausstellungsstücke, die hier nicht abgebildet sind. Über diese Thematik wird nur auf Anfrage gesprochen.

AHASVEROS IST XERXES I.

Inhalt

Das Buch Esther spielt am Hof des Perserkönigs Ahasveros. Hinter diesem Namen steht ein und dieselbe Person unter drei Sprachen: hebräisch Ahasveros, persisch Khshayarsha (gesprochen: chsch-aja-ARR-scha), griechisch Xerxes I. Er regierte über das damals größte Reich der Weltgeschichte – „von Indien bis Äthiopien über 127 Provinzen“ (Esther 1,1) – und ist zugleich der „überaus reiche“ vierte Perserkönig, den schon Daniel angekündigt hatte (Daniel 11,2).

DAS BUCH ESTHER IN XERXES’ REGIERUNGSJAHREN

Die Station – ein Rollup mit einer maßstäblichen Zeitleiste – zeigt, wie genau sich die Ereignisse des Buches in die aus antiken Quellen bekannten Regierungsjahre Xerxes’ I. einfügen:

  • 1. Jahr (485 v. Chr.): ein Aufstand in Ägypten wird niedergeschlagen.
  • 2. Jahr (484 v. Chr.): ein Aufstand in Babylon wird niedergeschlagen.
  • 3. Jahr (483 v. Chr.): das große Festmahl – Esther 1.
  • 6.–7. Jahr (480–479 v. Chr.): der Feldzug gegen Griechenland, die Plünderung Athens und die Niederlage bei Plataiai.
  • 7. Jahr (479 v. Chr.): Esther wird Königin – Esther 2,16.
  • 12. Jahr (474 v. Chr.): Hamans Losentscheid zur Vernichtung der Juden – Esther 3,7.

Besonders sprechend ist die Lücke zwischen dem Festmahl (3. Jahr) und Esthers Krönung (7. Jahr): Genau in diese Jahre fällt der Griechenlandfeldzug, von dem Xerxes geschlagen und gedemütigt zurückkehrte. Der Bericht der Bibel und die Weltgeschichte greifen hier lückenlos ineinander.

Das Rollup der Station: die Regierungsjahre Xerxes’ I. (Ahasveros) mit den eingeordneten Ereignissen des Buches Esther.

DER UNSICHTBARE REGISSEUR

Das Buch Esther ist das einzige Buch der Bibel, in dem Gott mit keinem Wort genannt wird. Und doch trägt jede Wendung seine Handschrift: die schlaflose Nacht des Königs, das rechtzeitige Königinwerden Esthers, der Sturz Hamans an dem Galgen, den er für Mordechai errichtet hatte. Aus einem drohenden Völkermord wird Rettung – bis heute erinnert daran das jüdische Purim-Fest (Esther 9,26). Die Station will genau das zeigen: Gott führt seine Pläne auch dann aus, wenn er unsichtbar bleibt. „Wer weiß, ob du nicht gerade wegen einer Zeit wie dieser zum Königtum gekommen bist?“ (Esther 4,14).

QUELLEN

  • Grundlage: Ausstellungsstation „Esther – Gottes unsichtbare Pläne“ (Rollup und weitere, hier nicht abgebildete Stücke), derzeit im Schrank verstaut; Besprechung nur auf Anfrage.
  • Bibelzitate nach der Schlachter-Übersetzung 2000 (Esther 1–9; Daniel 11,2). Historische Einordnung nach antiken Quellen (u. a. Herodot).