Feste des Herrn
In 3Mo 23 werden dem Volk Israel sieben Feste geboten, jedoch ohne dass dort von „sieben Festen“ die Rede ist. In 2Mo 23 dagegen ist ausdrücklich von drei Festen die Rede:
2Mo 23,14-17
14 Dreimal im Jahr sollst du mir ein Fest feiern.
15 Das Fest der ungesäuerten Brote sollst du halten: Sieben Tage sollst du ungesäuertes Brot essen zur bestimmten Zeit im Monat Abib, so wie ich es dir befohlen habe; denn in diesem Monat bist du aus Ägypten ausgezogen. Und man soll nicht mit leeren Händen vor meinem Angesicht erscheinen.
16 Sodann das Fest der Ernte, wenn du die Erstlinge deiner Arbeit darbringst von dem, was du auf dem Feld gesät hast;
und das Fest der Einbringung am Ausgang des Jahres, wenn du den Ertrag deiner Arbeit vom Feld eingebracht hast.
17 Dreimal im Jahr sollen alle deine Männer erscheinen vor dem Angesicht GOTTES, des Herrn!
Die in 3Mo 23 aufgezählten Feste lassen sich folgendermaßen in diese „drei Feste“ eingliedern:
Das erste Dreifach-Fest besteht aus direkt aufeinanderfolgenden bzw. sich überlagernden Feiertagen. Zwischen den Feiertagen der letzten Gruppe liegen zwar einmal acht und einmal vier Tage, dennoch befinden sie sich nahe beieinander (innerhalb eines Monats). Hier die Verteilung der drei Festgruppen im Kalender:

Die Integration der Zahl Sieben in der Zahl Drei lässt sich wunderbar anhand der von uns gewählten Form der Menorah darstellen:

Alle drei Feste hängen sehr eng mit der Agrarwirtschaft in Israel zusammen. Beim ersten Festkomplex werden die Erstlinge der Gerste dargebracht, denn dort beginnt bereits die Gerstenernte. Die eigentliche, große Erntezeit beginnt jedoch mit Pfingsten („Das Fest der Ernte“ in 2Mo 23). Und das Ende der Festsaison bildet das Festkomplex „Fest der Einbringung“, was bedeutet, dass dann die Ernte vollständig eingebracht worden ist.
Der Begriff der Ernte hat in der Bibel auch eine geistliche Dimension:
- Am Ende der Zeit wird die Ernte eingesammelt (vgl. Mt 13,30+39; Mk 4,26-29).
- Das Vorbereiten dieser Ernte begann zu Pfingsten in Jerusalem, als die Gemeinde (spätere „Ernte“) ins Leben gerufen wurde.
- Allem voraus ging jedoch das reinigende Erlösungswerk unseres Herrn, der sich nach dieser Ernte sehnte (vgl. Mt 9,37-38; Lk 10,2; Joh 4,35).
In diesen drei bzw. sieben Festen steckt also eine tiefe Symbolik für das Erlösungswerk des Herrn:
Bei der weiteren Betrachtung der sieben Feste wollen wir stets die Einteilung in drei Gruppen gemäß 2Mo 23 stets im Auge behalten.
