Die zwölf Stämme Israels und die Zeit der Richter

Diese Karte zeigt die Aufteilung des Landes Kanaan unter den zwölf Stämmen Israels. Nach der Landnahme unter Josua erhielt jeder Stamm ein eigenes Siedlungsgebiet. Der Stamm Levi bekam kein zusammenhängendes Stammesland, sondern Städte, die über das ganze Land verteilt lagen. Die Nachkommen Josefs wurden durch die beiden Stämme Ephraim und Manasse vertreten.

Zusätzlich sind auf der Karte die Wirkungsgebiete der Richter eingezeichnet. Nach Josuas Tod besaß Israel zunächst keinen König und keine zentrale Regierung. In Zeiten militärischer Bedrohung berief Gott einzelne Männer und Frauen, die das Volk aus der Hand seiner Feinde befreiten.

Bemerkenswert ist, dass sich die Wirkungsgebiete der Richter kaum überschneiden. Richter wie Ehud, Debora, Gideon, Jeftah und Simson begegneten unterschiedlichen Feinden und führten jeweils die bedrohten Stämme ihrer Umgebung. Dadurch ist auch denkbar, dass einige Richter zur gleichen Zeit tätig waren, aber in verschiedenen Teilen des Landes.

Rechts neben der Karte ist der geistliche Kreislauf dargestellt, der sich im Buch der Richter mehrfach wiederholt:

  • Israel lebt in Frieden und dient dem Herrn.
  • Das Volk wendet sich von Gott ab.
  • Es verehrt die Götter der Nachbarvölker.
  • Gott lässt zu, dass Feinde Israel bedrängen.
  • Das Volk erkennt seine Not und ruft zu Gott.
  • Gott beruft einen Richter und schenkt Befreiung.
  • Nach einer Zeit der Ruhe beginnt der Abfall erneut.

Dieser Kreislauf wird im Buch der Richter sieben Mal geschildert und gleicht einer abwärtsführenden Spirale. Zwar rettete Gott sein Volk immer wieder, doch jede neue Generation entfernte sich weiter von ihm. Das Buch der Richter zeigt damit sowohl die Treue Gottes als auch die zunehmende geistliche und gesellschaftliche Unordnung Israels.