Siegesstele Esarhaddons (Zincirli-Stele)

Orienttafel, Artefakt 13

Siegesstele Esarhaddons (Zincirli-Stele)
Material
Dolerit, Höhe 318 cm
Fund
Felix von Luschan / Robert Koldewey, 1888, in Zincirli Höyük (syrisch-türkische Grenze)
Datierung
669 v. Chr.
Standort
Pergamonmuseum, Berlin

Diese über drei Meter hohe Steinstele verherrlicht Esarhaddons Sieg über den ägyptischen Pharao Taharqa und über den Stadtfürsten von Sidon. Der assyrische König steht groß und aufrecht; in der Hand hält er eine Keule – und einen Strick, der in einem Ring endet. Dieser Ring läuft durch die Lippen zweier kleiner, kniender Gestalten vor ihm: der besiegten Könige.

Gerade dieses Detail lässt bei einem biblischen Text aufhorchen. Denn die Bibel berichtet über König Manasse von Juda: „Da ließ der HERR die Heerführer des Königs von Assyrien über sie kommen; die fingen Manasse mit Haken, banden ihn mit zwei ehernen Ketten und führten ihn nach Babel ab“ (2. Chronik 33,11). Was dort in Worten steht, zeigt die Stele im Bild: unterworfene Fürsten, denen ein Haken oder Ring durch das Gesicht getrieben und die an einer Leine geführt wurden.

Die Stele bestätigt damit nicht nur, dass Esarhaddon – der auch in der Bibel erwähnt wird (Esra 4,2; 2. Könige 19,37; Jesaja 37,38) – ein realer, mächtiger Herrscher war. Sie macht auch die grausame Praxis anschaulich, von der die Bibel bei der Gefangennahme Manasses spricht. Der biblische Bericht beschreibt keine Übertreibung, sondern gängige assyrische Wirklichkeit.

Bezug zur Bibel (2. Chronik 33,11)

Da ließ der HERR die Heerführer des Königs von Assyrien über sie kommen; die fingen Manasse mit Haken, banden ihn mit zwei ehernen Ketten und führten ihn nach Babel ab.

Quellen

  • Ausgrabung: F. von Luschan / R. Koldewey, Zincirli 1888.
  • Aufbewahrung: Pergamonmuseum, Berlin (Vorderasiatisches Museum).
  • Textausgabe: Leichty, Royal Inscriptions of Esarhaddon (RINAP 4).
  • Bibelstellen: 2. Chronik 33,11; Hesekiel 29,4; Esra 4,2; 2. Könige 19,37; Jesaja 37,38.