Goliath-Scherbe (Tell-es-Safi-Inschrift)

Orienttafel, Artefakt 6

Goliath-Scherbe (Tell-es-Safi-Inschrift)
Material
Tonscherbe (Ostrakon) mit eingeritzter Schrift
Fund
2005, Tell es-Safi (das biblische Gat)
Datierung
um 950 v. Chr. (Eisenzeit IIA)
Standort
Tell es-Safi / Israel

Auf dieser kleinen Tonscherbe aus Gat stehen zwei Namen: ALWT und WLT. Geschrieben sind sie in semitischen Buchstaben, doch die Namen selbst sind nicht-semitischen Ursprungs – so, wie man es bei den Philistern erwartet, die ursprünglich aus dem ägäischen Raum kamen. Es ist die älteste bisher gefundene philistäische Inschrift.

Der Grund, warum dieser Fund bei der Bibel aufhorchen lässt: Beide Namen sind dem Namen Goliath sprachlich eng verwandt. Sie zeigen, dass Namen dieser Art bei den Philistern tatsächlich gebräuchlich waren – und zwar ungefähr zu der Zeit und an dem Ort, den auch die Bibel nennt. Denn Goliath stammte nach 1. Samuel 17 aus eben diesem Gat.

Die Scherbe beweist nicht Goliath selbst. Aber sie zeigt: Die Bibel bewegt sich hier im richtigen sprachlichen und kulturellen Milieu. Ein Name wie „Goliath“ ist bei den Philistern von Gat zur Zeit Davids kein Anachronismus, sondern passt genau ins Bild.

Quellen

  • Ausgrabung: A. M. Maeir u. a., Tell es-Safi/Gath Archaeological Project, 2005.
  • Erstpublikation: Maeir/Wimmer/Zukerman/Demsky, Bulletin of the American Schools of Oriental Research 351 (2008).
  • Überblick: Zondervan Handbook of Biblical Archaeology (2017), S. 121 (älteste bekannte philistäische Inschrift).
  • Zur Namensdeutung „Goliath“ (Glanz / der Glänzende): bibelkommentare.de (Bibel-Lexikon).
  • Bibelstellen: 1. Samuel 17.