Jabin-Tafel

Orienttafel, Artefakt 5

Jabin-Tafel
Material
Keilschrifttafel aus Ton
Fund
1992, in Hazor
Datierung
18.–17. Jahrhundert v. Chr. (deutlich vor Josua und der Landnahme)
Standort
Hazor / Israel

Bei den Ausgrabungen in Hazor kam eine Keilschrifttafel zutage – ein königlicher Brief, adressiert an „Ibni-Addu (Jabin), König von Hazor“. Der Fund stammt aus dem 18./17. Jahrhundert v. Chr., also aus einer Zeit lange vor Josua.

Damit klärt sich ein oft diskutierter Punkt. In der Bibel begegnet der Name Jabin gleich zweimal als König von Hazor: einmal zur Zeit Josuas (Josua 11,1), und Generationen später erneut in der Richterzeit (Richter 4,2). Kritiker vermuteten darin einen Widerspruch. Die Tafel zeigt jedoch: „Jabin“ war offenbar ein fester Herrschertitel der Könige von Hazor – ähnlich wie „Pharao“ in Ägypten kein Eigenname, sondern eine Amtsbezeichnung war.

So wie man in Ägypten jeden König „Pharao“ nannte, hieß der Herrscher von Hazor „Jabin“. Dass die Bibel diesen Titel über Jahrhunderte hinweg korrekt verwendet, spricht für die Genauigkeit und Zeitnähe ihrer Berichte über Hazor.

Quellen

  • Ausgrabung: A. Ben-Tor u. a., Tel Hazor 1992.
  • Fundgattung: altbabylonische Keilschrift-Korrespondenz (Mari-zeitlicher Horizont); der Name Ibni-Addu/Jabin ist auch aus Mari-Texten bekannt.
  • Bibelstellen: Josua 11,1; Richter 4,2.17.23–24.