Joas-Inschrift (Joasch-Inschrift)

Orienttafel, Artefakt 8

Joas-Inschrift (Joasch-Inschrift)
Material
Sandstein
Fund
2001, Jerusalem (Herkunft und Echtheit umstritten)
Datierung
angeblich 9. Jahrhundert v. Chr.
Standort
Jerusalem / Privatbesitz

Diese Sandsteintafel beschreibt Reparaturen, die König Joas (Joasch) von Juda am Tempel in Jerusalem ausführen ließ – ein Vorgang, den auch die Bibel schildert (2. Könige 12). Der Text nennt den König beim Namen, spricht von Spenden des Volkes, vom Kauf von Baumaterial und von der Ausbesserung der schadhaften Stellen am Tempel.

Anders als die übrigen Stücke dieser Station ist die Joas-Inschrift jedoch nicht sicher echt. Sie tauchte 2001 im Antikenhandel auf, nicht bei einer kontrollierten Ausgrabung, und viele Fachleute halten sie für eine moderne Fälschung. Deshalb steht sie hier ausdrücklich unter Vorbehalt.

Fair ist allerdings auch die Gegenstimme: Professor Chaim Cohen von der Ben-Gurion-Universität betonte 2007, dass sich eine Fälschung sprachlich nicht nachweisen lasse – und dass es sich, sollte die Tafel doch gefälscht sein, um eine außerordentlich brillante Fälschung handeln müsse.

Aus der Übersetzung

Ich bin Joasch, Sohn des Ahasja, König über Juda, und ich habe die Reparaturen ausgeführt … Möge dieser Stein Zeuge sein, dass die Arbeit gelungen ist, und möge Gott sein Volk mit einem Segen versehen.

Quellen

  • Herkunft: Antikenhandel, 2001; Echtheit wissenschaftlich umstritten.
  • Verteidigung der sprachlichen Möglichkeit: Chaim Cohen (Ben-Gurion-Universität), Aufsatz 2007.
  • Bibelstelle: 2. Könige 12 (Tempelreparatur unter Joas).