Orienttafel, Artefakt 9

- Material
- Marmor, ca. 35 × 34 × 6 cm
- Fund
- E. L. Sukenik, 1931, in der Sammlung des russisch-orthodoxen Klosters auf dem Ölberg (Jerusalem)
- Datierung
- um 30–70 n. Chr.
- Standort
- Israel-Museum, Jerusalem
Diese unscheinbare Steinplatte trägt eine kurze, unmissverständliche Grabinschrift in aramäischer Sprache: „Die Gebeine des Ussija, König von Juda, ruhen hier. Nicht öffnen!“ Der Gelehrte E. L. Sukenik entdeckte sie 1931 in einer Klostersammlung in Jerusalem.
Ussija (auch Asarja genannt) war ein König von Juda, der nach dem biblischen Bericht am Aussatz erkrankte und deshalb bis zu seinem Tod abgesondert leben musste (vgl. 2. Chronik 26,21.23). Weil ein Aussätziger als unrein galt, konnte er nicht im gewöhnlichen Königsgrab bestattet werden – sein Grab musste außerhalb liegen.
Die Schrift der Tafel stammt aus dem 1. Jahrhundert n. Chr., also rund 700 Jahre nach Ussijas Tod. Offenbar wurden seine Gebeine damals umgebettet und mit dieser Platte neu gekennzeichnet. Das zeigt: Noch Jahrhunderte später galten die Überreste dieses Königs als echt, und man hielt es für wichtig, sie eindeutig zu bezeichnen. Die Tafel bestätigt so indirekt sowohl die Person Ussijas als auch das besondere Schicksal, das die Bibel ihm zuschreibt.
Die Inschrift
Die Gebeine des Ussija, König von Juda, ruhen hier. Nicht öffnen!
Quellen
- Auffindung: E. L. Sukenik, 1931 (Sammlung Archimandrit Antonin Kapustin, Ölberg-Kloster).
- Aufbewahrung: Israel Museum / Jerusalem.
- Maße/Material: Marmorplatte, ca. 35 × 34 × 6 cm; die Schrift wird ins 1. Jh. n. Chr. (etwa 30–70 n. Chr.) datiert. Vgl. Zondervan Handbook of Biblical Archaeology (2017), S. 141.
- Bibelstellen: 2. Könige 15,1–7; 2. Chronik 26 (besonders 26,21.23).
