Tel-Dan-Inschrift („Haus-David“-Inschrift)

Orienttafel, Artefakt 3

Tel-Dan-Inschrift („Haus-David“-Inschrift)
Material
Basalt
Fund
Avraham Biran, 1993/1994, auf Tel Dan (Tell el-Qadi)
Datierung
9.–8. Jahrhundert v. Chr. (älter als 733 v. Chr.)
Standort
Israel-Museum, Jerusalem (KAI 310)

Dieses aramäische Steinfragment gehört zu einer Siegesstele. Ein aramäischer König – der Name ist auf den erhaltenen Bruchstücken nicht überliefert, doch Sprache, Zeit und Ort deuten stark auf Hasaël von Damaskus oder seinen Sohn Bar-Hadad – feiert darauf einen Sieg über die Reiche Israel und Juda.

Der Grund für die weltweite Aufmerksamkeit steht in den Zeilen 8 und 9: Dort erscheint die Wendung „Haus David“ (bytdwd). Es ist der erste archäologische Beleg für die Dynastie Davids überhaupt. Bis zu diesem Fund hatten manche Forscher König David für eine reine Legende gehalten – nun war seine Königslinie außerhalb der Bibel bezeugt, und zwar bereits rund ein Jahrhundert nach seiner Regierungszeit.

Darüber hinaus lassen sich in den erhaltenen Zeilen zwei Könige wiedererkennen, die auch die Bibel kennt: Joram von Israel und Ahasja von Juda, „vom Hause Davids“. Von ihrem Krieg gegen Hasaël berichtet das Alte Testament (vgl. 2. Könige 8,28–29). Der Stein bestätigt damit nicht nur eine Dynastie, sondern konkrete Personen der biblischen Königsgeschichte.

Aus der Inschrift (Zeilen 8–9)

… [ich tötete Ahas]jahu, Sohn [Jorams, Kön]ig vom Hause Davids …

Quellen

  • Ausgrabung: A. Biran / J. Naveh, Tel Dan 1993/1994.
  • Aufbewahrung: The Israel Museum, Jerusalem; Corpus-Nummer KAI 310.
  • Erstpublikation: Biran/Naveh, „An Aramaic Stele Fragment from Tel Dan“, Israel Exploration Journal 43 (1993) und 45 (1995).
  • Zur Lesung „Haus Davids“: zustimmend u. a. A. R. Millard und A. Rainey; die Deutung von bytdwd als bloßer Ortsname (P. R. Davies u. a.) gilt heute als Minderheitsposition.
  • Überblick: Zondervan Handbook of Biblical Archaeology (2017), S. 119.
  • Bibelstellen: 2. Könige 8,28–29; 2. Könige 10,32.